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Nur wenige Radfahrer radeln mit Helm

24.11.2011, Verband öffentlicher Versicherer, Medien-Dienst

Von der Pflicht für Fahrradhelme wollen immer weniger wissen
Die Befürworter einer generellen Fahrradhelmpflicht werden immer weniger. Nur noch 48 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren sprechen sich dafür aus. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 53 Prozent. Das ergab eine Studie der psychonomics AG. Unverändert ein Drittel ist für eine Helmpflicht bei Kindern bis 14 Jahren. Die Gruppe der Ablehner ist damit von 13 auf 18 Prozent gestiegen.

„Würden 48 Prozent tatsächlich einen Helm beim Radeln tragen, wäre das sogar erfreulich, aber leider sieht es auf deutschen Straßen ganz anders aus“, kommentiert der Schadenexperte René Lippitsch von der Sparkassen DirektVersicherung das Ergebnis der Studie. Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen trugen im Jahr 2010 gerade einmal 9 Prozent der Radfahrer einen Schutzhelm – ein Jahr zuvor waren es noch 10 Prozent. Alarmierend ist der Wert bei Kindern: Nur knapp vier von 10 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren waren mit Helm unterwegs – ein Jahr zuvor waren es noch deutlich über die Hälfte. Bei den Elf- bis Sechzehnjährigen waren es sogar nur noch 15 Prozent nach 23 Prozent im Jahr davor. „Interessant ist, dass mehr als die Hälfte der Fußgänger eine generelle Helmpflicht für alle Radfahrer befürworten“, erläutert Lippitsch, „dagegen aber nur 40 Prozent der Fahrradfahrer.“ Frauen sind nach wie vor deutlich sicherheitsbewusster als Männer: 52 Prozent sagen ja zum Helm, aber nur 44 Prozent der Männer schließen sich der Meinung an.

Besser die Frisur leidet als der Kopf
Während vor allem ältere Personen über 70 Jahre die Helmpflicht für nötig halten, sind die jungen Erwachsenen eher dagegen. „Das mag zum einen an einem geringeren Sicherheitsbewusstsein der Jüngeren liegen, zum anderen, dass sie einen Helm oft auch als uncool empfinden“, vermutet Lippitsch. „Dabei gibt es heute wirklich modische Modelle“, fügt er hinzu. „Und besser die Frisur leidet als der Kopf“, gibt er zu Bedenken. Letztlich seien alle Erwachsenen gefordert  – ganz unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht. „Denn es geht auch darum, Kinder dazu zu bewegen, einen Helm zu tragen.“ Und das gelinge am besten, wenn es Erwachsene vormachen.

Der Experte erklärt, worauf beim Kauf zu achten ist: „Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt, denn wenn er passt, setzt man ihn auch lieber auf.“ Kinder sollten beim Kauf unbedingt dabei sein, um den Helm an ihre Kopfform anzupassen. Der Helm sollte nicht drücken, aber auch nicht zu locker sitzen; Stirn, Schläfen und Hinterkopf muss er sicher abdecken. Der Kinnriemen sollte breit und bequem sein und die Ohren nicht berühren. Er muss straff unter dem Kinn sitzen, damit er bei einem Sturz nicht verrutschen kann. Wichtig ist auch eine ausreichende Luftzirkulation. Vor allem bei Kinderhelmen sollte der Insektenschutz nicht fehlen. Lippitsch: „Grelle Helmfarben und Reflektoren oder Blinklichter helfen außerdem, dass die Kleinen im Straßenverkehr auch gesehen werden. Billighelme sind nicht unbedingt schlecht, bieten aber meist weniger Tragekomfort und sind weniger belastbar. Der Experte empfiehlt den Kauf beim Fachhändler. Einen Hinweis auf die Qualität geben auch die Prüfzeichen GS und CE.

Lippitschs Fazit: „Letztlich ist das Tragen eines Fahrradhelms in Deutschland zwar freiwillig, und auch die Unfallversicherung macht im Fall der Fälle keinen Unterschied. Aber Fakt ist auch, dass ein Helm im Ernstfall Leben retten kann.“
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